Fighten ohne Ende ist das Motto der Sieglosen

In der Basketball-Oberliga kommt es im Derby zum Duell der Kellerkinder.

 OBERLIGA

BG Aachen – SG Herzogenrath/Baesw. (Sa., 19.00, Hander Weg):

Ein solches Basketballderby ist für die beiden erfolgsverwöhnten Traditionsvereine ein Novum. In den vergangenen Jahren zählten die BG Aachen und ihr Rivale aus der Städteregion stets zu den besten Vereinen der Liga. Im Oktober 2017 sieht das ganz anders aus: Nach drei Spieltagen ringen beide Vereine um ihre Form und konnten noch nicht ein einziges Spiel gewinnen.

Auf Seiten der BG ist eine krasse Verletzungsmisere für den Absturz verantwortlich. Beinahe jede Woche muss Kevin Vorbeck einen neuen Ausfall verkraften, aktuell den 16-jährigen Tim Elkenhans, der in den vergangenen Spielen eine blendende Form hatte. „Das ist bitter“, sagt Vorbeck, ohne dabei in Selbstmitleid zu verfallen. Der BG-Trainer bastelt lieber an einer schlagfertigen Truppe, die im Derby auf Punktejagd gehen wird. „Ich hoffe, dass die Jungs sich zerreißen werden. Wenn wir mit demselben Einsatz spielen wie zuletzt gegen Zülpich, dann haben wir eine Chance.“ Fighten ohne Ende ist das Motto der BG, deren Trainer „auf jeden Fall gegen seinen alten Verein gewinnen will“.

Das wollen Alfons Hochmuth und Steven Henry am Samstag verhindern. Das Trainerduo hat die Nachfolge von Vorbeck in Herzogenrath/Baesweiler angetreten und nach dem Abschied von drei absoluten Leistungsträgern ein gutes Stück Arbeit vor sich. Drei Niederlagen in Folge, aber aufsteigende Form hat die SG zu verzeichnen, die sich für das Derby „viel vorgenommen hat“, wie Hochmuth betont. „Die BG und uns verbindet eine lange Tradition im Basketball als erfolgreiche Vereine der Region“, erklärt Hochmuth. Tradition und Tabellenkeller sorgen jedoch für eine brisante Lage vor dem Derby. „Das wird ein sehr interessantes und enges Duell“, orakelt der Trainer. Aufgrund der jungen Mannschaft hält er sich zwar damit zurück, sie unter Erfolgsdruck zu setzen, deutet aber vielsagend an: „Wir alle sind motiviert bis in die Haarspitzen!“

Bericht: uh

Trotz der Niederlage ist Vorbeck stolz auf sein Team

OBERLIGA

Zülpich – BG Aachen 60:56 (25:26):

Durch Grippewelle und Verletzungsmisere bedingt reiste die BG nur mit acht Spielern nach Zülpich. In der ersten Halbzeit „haben sie sich echt gut geschlagen“, betonte Trainer Kevin Vorbeck. Bis zum Ende des dritten Viertels hielt der knappe Vorsprung der BG, die dann ihren Aufbauspieler Jan Richter wegen einer Verletzung verlor.

„Ohne ihn und mit drei U 19-Spielern war das hart“, so Vorbeck, dessen Jungs einen Run der mit vollem Kader angetretenen Heimmannschaft kassierten und ins Hintertreffen gerieten. Die BG startete noch eine Aufholjagd und kam auf einen Punkt heran, doch die Kräfte für den großen Wurf fehlten. „Extrem bitter wegen der Niederlage, ich bin aber stolz auf die Jungs“, schilderte Vorbeck seine Gefühle nach der Niederlage.

BG Aachen: Bertz (16), Huesmann (13), Elkenhans (7), Boldt (6), Richter, Zygmanski (je 5), Cadez (4)

Bericht: uh

Mit einem Sieg kann BG Aachen noch Platz drei erobern

Der Basketball-Oberligist gastiert bei Bayer Leverkusen.

Bay. Leverkusen – BG Aachen:

„Dass wir am Ende der Saison noch Platz drei erreichen können, war nicht absehbar“, staunt Ulrich Rosin. In Leverkusen wartet ein kleines Endspiel auf die Aachener, da die BG mit einem Sieg diesen Platz erobern kann. Personell sieht die Lage derweil weiter brenzlig aus, da sich Point Guard Jan Richter unter der Woche mit Knieproblemen abmelden musste.

Leverkusen sei Favorit, da ist der scheidende Trainer der BG sich sicher. Das Reservoir an Jugendspielern mache die Werksmannschaft zur klassischen Wundertüte. Doch im Hinspiel zeigte sich, dass eine motivierte BG selbst gegen top besetzte Leverkusener bestehen kann, als sie zehn Minuten vor Schluss mit 20 Punkten führten.

Paukenschlag kurz vor dem Saisonende

Kevin Vorbeck folgt auf Ulrich Rosin bei der BG

Aachen. Als Ulrich Rosin den Trainerposten der BG Aachen im November 2013 übernahm, gab es Turbulenzen im gesamten Verein. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga war Rosin damals eine Spontanlösung – wie sich nach vier Jahren herausstellen sollte aber eine sehr gute für den Verein. Zwei Vizemeisterschaften konnte der 60-Jährige mit der BG erringen, etablierte den Verein sportlich in der Spitzengruppe der Oberliga. Ein ums andere Jahr musste der ehemalige Auswahltrainer das Kunststück wiederholen, die hohe Spielerfluktuation in der Sommerpause zu kompensieren, gleichzeitig aber den Anspruch zu wahren, die Nummer eins in der Stadt und der Region zu bleiben. Dabei hat der Familienvater viel geopfert. Doch damit ist ab Ende der Saison Schluss. „Ich muss aus familiären und beruflichen Gründen den Trainerposten aufgeben.“

„Richtig große Fußstapfen“ habe Rosin hinterlassen, lobt Bettina Heß, Vorsitzende der BG Aachen, und ihre Lösung der Trainerfrage lässt die Basketballszene aufhorchen. „Kevin Vorbeck ist jung, engagiert, kompetent, hat viel Know-how und kommt aus Aachen“, nennt sie die Argumente, die für eine Verpflichtung des Trainers des Konkurrenten SG Herzogenrath/Baesweiler gesprochen haben. Ab dem 1. Mai wird der 30-Jährige seinen Dienst bei der BG antreten. Während Heß die Verpflichtung Vorbecks als „sehr gut für den Basketball in der Region“ einstuft, kam auf den zukünftigen Trainer der BG gemischtes Feedback zu. „Von Freude bis absolutem Unverständnis war alles dabei“, so Vorbeck. Doch er macht keinen Hehl daraus, dass es für ihn eine große Chance ist, bei der BG den nächsten Schritt in seiner Trainerkarriere zu gehen.

Wechsel vom Heimatverein zum Ligarivalen hin oder her, Vorbecks Fokus gilt ab dem 1. Mai der neuen Aufgabe, die ihn schwärmen lässt. „Das wird richtig stark“, blickt er auf die Zeit in Aachen, und freut sich auf Kritik, Feedback und die Jugendarbeit eines Mannes, der ihn selbst vor Jahren trainiert hat: Ulrich Rosin.

BG kämpft erst spät

Oberligist dreht nach der Pausenansprache auf

 OBERLIGA

BG Aachen – Neunkirchen 90:73 (35:38):

„Wir haben begonnen wie befürchtet“, war das trockene Fazit von Ulrich Rosin zu Beginn des Heimspiels gegen Neunkirchen, in dem der Abschied des Trainers am Saisonende bekanntgegeben wurde. Erst nach der Halbzeit hellte Rosins Laune sich auf, als seine Spieler sich von der Halbzeitansprache inspiriert zeigten. „Da haben sie sich dermaßen ins Zeug gelegt“, freute sich der BG-Trainer. „Als ginge es hier um Auf- oder Abstieg!“ Allen voran Vorzeigekämpfer Gideon Schwich beeindruckte Trainer und Publikum mit seinem Einsatz und konnte am Ende auf satte 35 Punkte zurückblicken. 30:15 gewann die BG das dritte Viertel und hatte den Sieg sicher.

BG Aachen: Schwich (35), Rin (21), Mertens (10), Sauerwald (7), K. Lagemann (6), Elkenhans, Richter (je 5), J. Wesemann (1)

OBERLIGA

BG Aachen – Neunkirchen (Sa., 19.00, Hander Weg):

Die Klasse des Gegners ist Ulrich Rosin noch aus dem Hinspiel in Erinnerung geblieben. „Da haben uns der Center und der Aufbauspieler zusammen 62 Punkte eingeschenkt“, erinnert sich der BG-Trainer. Aachen hatte Neunkirchen dennoch im Griff, ging im letzten Viertel aber mit 16:37 baden und verlor das Spiel.

Damals war die BG in Bestbesetzung, Samstag sieht die Lage beim letzten Heimspiel der Saison komplett anders aus. Acht von 16 Spielern des Kaders sind verletzt, nicht wenige darunter schwer. Diese Woche erst musste Alex Knopf die Saison mit einem Handbruch vorzeitig beenden. „Dass es so knüppeldick kommt, habe ich in 30 Jahren Trainertätigkeit noch nicht erlebt“, seufzt Rosin. „Es wird richtig schwer für uns.“

BG chancenlos gegen Topteam

Basketball-Oberliga: Ungeschlagener Spitzenreiter setzt sich in einem einseitigen Spiel mit 90:61 durch.

BG Aachen – FB Leverkusen 61:90 (27:48):

Das Heimspiel gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Leverkusen verlief wie von Ulrich Rosin befürchtet recht eindeutig. „Leverkusen war einfach eine Nummer zu groß für uns“, gab der BG-Trainer offen zu. Nach einer kurzen Schwächephase gab sich der haushohe Favorit keine Blöße in Aachen und lag schon zur Halbzeit deutlich vorne.

„Wir haben leider die Intensität in der Defense nicht hoch genug gehalten“, kritisierte Rosin nachher nicht die zu erwartende Niederlage an sich, sondern die Höhe. „Dadurch war das Spiel schon sehr eintönig.“ In Reihen der Aachener war es lediglich Christian Lagemann, der mit 21 Punkten den für solch ein Spiel nötigen Einsatz zeigte.

BG Aachen: C. Lagemann (21), Rin, Sauerwald (je 8), Huesmann (6), Knopf, Mertens (je 5), K. Lagemann, Richter (je 3), Walkembach (2)

BG Aachen muss gegen die Übermannschaft der Liga ran

Leverkusen ist in der Basketball-Oberliga ungeschlagen.

OBERLIGA

BG Aachen – FB Leverkusen (Sa., 19.00, Hander Weg):

18 Siege aus 18 Spielen sprechen eine deutliche Sprache für Fast-Break Leverkusen, die Übermannschaft der Oberliga. „Die Leverkusener sind schon sehr professionell“, gibt BG Aachens Trainer Ulrich Rosin zu. „Egal, was die Tabelle sagt, die werden gegen uns auf jeden Fall Vollgas geben.“ Rein rechnerisch ist der Aufstieg noch nicht perfekt, es zweifelt aber keiner daran, dass Leverkusen den noch vergeigt.

Was Aachen, als Tabellenvierter alles andere als ein leichter Gegner und bekannt heimstark, gegen Leverkusen überhaupt in die Waagschale zu werfen hat? „Wir müssen nur mutig spielen und alles geben“, erklärt der Trainer der BG. Dass mit Gideon Schwich am Samstag einer der Leistungsträger ausfallen wird, macht die Aufgabe umso schwerer.

OBERLIGA

Königsdorf – BG Aachen 68:69 (37:37): Königsdorfs Erstliga-erfahrener Center stellte die Aachener Korbjäger mit seinen 2,07 m Körpergröße immer wieder vor Probleme. Dank Ulrich Rosins Taktik, das Tempo gegen den Brecher hochzuhalten, blieb die BG aber im Spiel und setzte der Heimmannschaft speziell gegen Ende der Viertel immer wieder zu.

Die letzten Szenen des Spiels glichen einem Krimi: Mit 20 Sekunden noch zu spielen und einem Punkt Führung verliert Aachen den Ball und kassiert sofort das 68:67. Nur noch acht Sekunden zu spielen: Ein einstudierter Einwurf auf Michael Rin erweist sich als perfekter Schachzug. Der Korbleger sitzt und bringt Aachen in letzter Sekunde den wichtigen Auswärtssieg.

BG Aachen: Schwich (22), Knopf (18), Huesmann (11), K. Lagemann, Rin (je 6), Richter (4), Sauerwald (2)