Das Basketball-Derby spaltet die Gemüter 

Schlusslicht Haaren empfängt Tabellenführer BG Aachen.

 

Haaren – BG Aachen (Sa., 19.00, Montessori-Schule): Bereits vor Saisonbeginn war Dirk Baumann heiß auf das Derby gegen den Rivalen BG. Dass die Lage sich vor dem Basketballkracher am Samstag aber so unterschiedlich darstellt, damit hätte der Haarener Trainer nie gerechnet. So steht Haaren nach fünf Niederlagen in Folge mit der Roten Laterne da, während die BG Aachen ungeschlagen an der Tabellenspitze thront.

Die durchweg enorm erfahrenen Haarener Korbjäger sind bis in die Haarspitzen motiviert und nehmen die Rolle als Außenseiter mit Kusshand an. „Es bleibt das Spiel Erster gegen Zwölfter und die BG ist klarer Favorit“, gibt der sonst nie um einen markigen Spruch verlegene Baumann sich kleinlaut. Für das wichtige Spiel kann er zum ersten Mal in der Saison aus dem vollen Kader schöpfen und somit eine Mannschaft aufstellen, die dem Tabellenführer gefährlich werden kann. „Je länger wir dran bleiben, desto größer wird die Bürde für die BG“, blickt Baumann voraus. Auch ohne richtigen Heimvorteil – das Spiel findet wegen der zahlreichen erwarteten Zuschauer in der Sporthalle der Montessori-Schule statt – liegt Haaren auf der Lauer.

So heiß Baumann zu Beginn der Saison war, so viel Unbehagen hat das Derby Kevin Vorbeck bereits im September bereitet. Nun kommt es aufgrund der überdeutlichen Lage auf dem Papier noch schlimmer für seine Mannschaft, von der alle einen deutlichen Sieg erwarten. „Das ist bei weitem nicht so klar, wie die Tabelle es vermuten lässt“, analysiert der BG-Trainer. Zu wackelig seien einige Siege seiner Mannschaft bislang gewesen. „Haaren hat nichts zu verlieren, wir müssen gewinnen“, bringt Vorbeck es auf den Punkt. Das Durchschnittsalter der BG-Korbjäger liegt mit knapp über 20 Jahren fast zehn Jahre unter dem der Haarener. Seine Mannschaft sei der komplette Gegenentwurf zum Derbygegner, so Vorbeck. Alt gegen jung, Offensive gegen Defensive, Letzter gegen Erster, Temperament gegen Coolness, oder wie Vorbeck gespannt feststellt: „Das wird ein richtiges Überraschungsei!“