Der Primus behält im Derby die Nerven

Der Basketball-Oberligist BG Aachen setzt sich gegen Haaren durch.

OBERLIGA

BG Aachen – Haaren 78:65 (43:25): Eine unterhaltsame erste Halbzeit mit schönen Spielzügen und attraktivem Basketball war die Wiedergutmachung für das Hinspiel, in dem den Zuschauern mehr Krampf als alles andere geboten wurde. Mit nur acht Mann zog Dirk Baumanns Haarener Mannschaft dabei deutlich den Kürzeren und geriet nur Dank der Erfahrung ihrer Einzelspieler nicht vollends unter die Räder.

Erstaunlich entspannt konnte BG-Trainer Kevin Vorbeck sich eine beeindruckende Vorstellung seiner Mannschaft ansehen, die nach 20 Minuten mit 18 Punkten führte und Teambasketball par excellence geboten hatte. Nach der Pause kam der Bruch ins Spiel, da die Haarener der BG in Korbnähe zuzusetzen begannen, während parallel dazu die
Distanzwürfe des Gegners ihr Ziel immer öfter verfehlten.

„Da haben wir uns schon ein wenig schwer getan“, analysierte Vorbeck die Drangperiode der Haarener, bei denen speziell Max Seelis als wuchtiger Point Guard seine physischen Vorteile wiederholt mit Erfolg ausspielte. Der Vorsprung der BG drohte zu Beginn des letzten Viertels in den einstelligen Bereich zu schmelzen – doch Vorbeck zeigte weiterhin keinerlei Nervosität.

„In der Drangperiode der Haarener haben wir uns schon ein wenig schwer getan.“

Kevin Vorbeck,
Trainer der BG Aachen

„Knapp“ sei es schon gewesen, so der Aachener Trainer, der im entscheidenden Moment der Haarener Aufholjagd die Schlüsselspieler der ersten Halbzeit wieder aufs Feld schickte. Gegen das stark aufgelegte BG-Trio Grenier, Huesmann und Middeldorf biss Haaren sich die Zähne aus. Baumanns „Notmannschaft“, wie der Haarener Trainer seine kleine Schar nannte, gab zu keinem Zeitpunkt auf, verlor aber im entscheidenden Moment die Nerven.

So flogen mit Amir Hajdarevic und Frederic Schulz zwei Eckpfeiler der Mannschaft wegen technischer Fouls vom Feld, während ein zuerst schönes, dann hart umkämpftes und zuletzt zähes und von Nickligkeiten geprägtes Derby an der Freiwurflinie unspektakulär zu Ende ging. „Das lief gut“, war Vorbeck nachher zufrieden, während Baumann spürbar sauer „lieber gewonnen hätte“ und mit der Linie der Schiedsrichter haderte.

Aachen: Huesmann, C. Lagemann (je 15), Grenier (12), Rin (11), Rülke (6), Bertz, Obradovic (je 5), Elkenhans, Middeldorf (je 4), K. Lagemann (1) 

Haaren: Milosevic (17), Schulz (12), Hajdarevic (10), Brown, Seelis (je 8), Carnotte (6), Gibreel, Welschhoff (je 2)