Der Anker der Aufstiegshelden

Basketball: Der Kapitän der BG Aachen, Felix Huesmann, führt die junge Mannschaft an – mit Rafinesse, Power und ruhigem Ton. Am Samstag gegen Mitaufsteiger TG Stürzelberg.

 Aachen Laute Töne und markige Sprüche sucht man bei Felix Huesmann vergebens. Der Mannschaftskapitän der BG Aachen ist ein ruhiger Vertreter seiner Zunft und lässt es höchstens auf dem Parkett krachen – wie am vergangenen Samstag. Beim Regionalligadebüt der BG Aachen gelang dem 26-Jährigen mit 25 Punkten eine persönliche Bestleistung im Trikot der BG und hatte entscheidenden Anteil am Sensationserfolg in Wuppertal.

„Ich bin kein Spieler, dem man den Ball gibt und der dann alles allein macht“, spielt Huesmann seine Leistung herunter. Als wäre ihm der Rummel um seine Person unangenehm, sei er lediglich „Nutznießer zahlreicher Spielzüge“ gewesen. Doch dazu spielt Huesmann seit Jahren viel zu konstant und stark. Im Jahr 2012 kam der Münsteraner wegen seines Maschinenbaustudiums nach Aachen und war zwei Jahre später Teil der Haarener Korbjäger, die furios in die Oberliga aufsteigen sollten.

Nach riesigem Umbruch im Team verlor Huesmann das Feuer und spielte eine durchwachsene Saison, in der sein Potenzial durchaus zu erkennen war, er es aber zu selten unter Beweis stellte. In der Sommerpause wechselte er zur BG Aachen, wo es wieder besser für ihn lief. Nur knapp schrammte die Mannschaft unter Trainer Uli Rosin am Aufstieg vorbei. Dieser machte Huesmann zum Kapitän der Mannschaft.

Das Anforderungsprofil eines Kapitäns? „Leute, die auf dem Feld etwas sagen“, erklärt Huesmann, der das über Inhalte, nicht über die Lautstärke macht. „Auf dem Platz ist es ruhig bei uns“, gibt er zu, „aber in den Auszeiten wird viel geredet und kritisiert. Das Gute ist, dass das im richtigen Ton geschieht.“ Die Teamchemie in Aachen stimmt, und Felix Huesmann hat entscheidenden Anteil daran.

Auch bei Kevin Vorbeck, der die BG Aachen in seiner zweiten Saison in die Regionalliga geführt hat, steht der 1,96 Meter große Power Forward seit Beginn an hoch im Kurs. Als „Anker der Mannschaft“ adelte Vorbeck Huesmann, der nicht nur auf dem Feld als kraftvoller Brettspieler mit feinem Händchen aus der Mitteldistanz nicht mehr wegzudenken ist, sondern vor allem auch als das Bindeglied zwischen Trainer und Spielern fungiert.

Und die Aachener Mannschaft hat unter Huesmanns Führung beim Saisonauftakt in Wuppertal bestens bewiesen, dass sie auch in der Regionalliga funktioniert. „Die Qualität der Gegner ist deutlich höher“, vergleicht Huesmann die Situation mit der letzten Saison in der Oberliga und stellt klar, dass der Sieg nichts an den Zielen der Mannschaft ändert: „Der Sieg war knapp. Die Jungs sind bodenständig. Unser Ziel bleibt es, die Liga zu halten.“

Am Samstag empfängt die BG Aachen Mitaufsteiger Stürzelberg um 19 Uhr am Hander Weg zu ihrem ersten Heimspiel der Saison. Der Gegner hat im ersten Spiel im Gegensatz zu den Aachenern ordentlich Lehrgeld zahlen müssen. „Man könnte denken, dass es leicht wird“, warnt Vorbeck vor dem wichtigen Spiel. „Wir werden sehen, was wirklich in denen drin steckt“, juckt es den BG-Trainer in den Fingern, wohl wissend, dass mit Huesmann der Anker seiner Mannschaft in absoluter Top-Form ist.

Von Ulrich Huppertz

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