BG Aachen Basketball... Aixtrem!

Ein Rückblick auf die Saison 21/22 von Coach Kevin Vorbeck 

 

Wie auch unsere schöne Stadt Aachen an diversen Grenzen liegt, stießen wir gegen eben Jene, verschoben sie und gingen wir auch manches Mal in dieser Saison über unsere Grenzen hinaus.  

Wie bei wahrscheinlich jedem Team in unserer Liga wurde unsere Vorbereitung zu einem nicht planbaren Durcheinander, in dem viele Spieler nach Ende des Lockdowns erstmal in Urlaub gingen und neue Spieler erst sehr spät zur Mannschaft stießen.  

Unsere Neuzugänge waren in diesem Jahr keine erfahrenen Haudegen aus höheren Ligen, sondern blutjunge Rookies, deren Talent aber nach wenigen Trainingseinheiten deutlich wurde.  

Auch an der Seitenlinie änderte sich einiges. Mit Lucas Villalobos konnten wir einen neuen Athletiktrainer begrüßen und mit Willi Braunleder kam eine Aachener Basketballlegende aus der Rente zurück.  

Der Saisonbeginn zeigte eines sehr deutlich: Die Geschwindigkeit mit der wir spielen wollten konnte noch nicht 100% abgerufen werden. Unser eher kleingewachsener Kader, mal Fluch mal Segen, brauchte einige Zeit um sich nach fast zwei Jahren ohne Spielbetrieb an die „Größenverhältnisse“ der Gegner anzupassen. Der Personalmangel in der Vorbereitung zeigte mangelnde Abstimmung im Team und so standen wir nach vier Spielen mit drei Niederlagen erstmal im Tabellenkeller.

Und dann stand schon das Spiel gegen die ungeschlagene TG Düsseldorf zu einem denkbar ungünstigen Moment an: Gideon Schwich und Felix Huesmann schwer verletzt, der Headcoach ausgeknockt mit einer die Covidinfektion. Wer geahnt hätte, dass dies der Grundpfeiler und Wendepunkt hin zu einer fantastischen Saison werden würde, hätte spätestens bei der Krankmeldung von Topscorer Tim Schönborn keinen Cent mehr auf uns gesetzt.  

Es kam anders, die Spieler kämpften den Tabellenprimus nieder und das Selbstvertrauen war umgehend wiederhergestellt. Es folgte Sieg um Sieg und man näherte sich im Februar wieder den Spitzenplätzen. Am 12. Februar, dem Beginn der Rückrunde, trat man gegen Südwest Wuppertal an, die uns im ersten Saisonspiel noch eine schmerzhafte Niederlage zufügten.  

Hatte Max Boldt in der 1. Regio sein Talent oft nicht in Gänze zeigen dürfen, arbeitete er in jeder freien Minute unermüdlich an seinem Spiel und lieferte mit 41 Punkten und seinem Gamewinner gegen Wuppertal einen Meilenstein der BG Aachen Geschichte ab. Mit dem Sieg war auch dem Team klar das diese Saison noch nicht vorbei ist und wir in dieser Form auch ein zweites Mal gegen TG Düsseldorf gewinnen können.  

Am 16. Spieltag sollte es dann zur Vorentscheidung im Meisterschaftsrennen kommen. TG Düsseldorf stolperte in der Vorwoche und wir gingen als Tabellenerster, punktgleich mit dem Team vom Rhein ins Spitzenspiel. Tim Schönborn und Max Boldt waren mit 40 und 20 Punkten leider nicht genug. Mit der Düsseldorfer Größe und Erfahrung konnten wir zwar in der regulären Spielzeit mithalten, hatten aber in der Verlängerung keine Kraft mehr uns noch den Sieg zu erkämpfen.  

Wir hatten zwar das Spiel verloren, aber die Halle in Laurensberg bescherte mir und dem Team mit stehenden Ovationen Gänsehautmomente, tobte und applaudierte uns, für das Geleistete.   

Ein weiteres Mal zeigte sich die Resilienz der Mannschaft, anstatt sich in Selbstmitleid zu ergehen nahm man sich vor, den Rest der Liga nun komplett in die Schranken zu weisen.  

Man gewann im Anschluss die noch verbleibenden sechs Spiele, teilweise mit über 50 Punkten Differenz.  

Die in der Hinrunde noch knappen Spiele, wurden mit viel Spielfreude zu Offensivfeuerwerken.  

Hier glänzten dann auch immer wieder Christian Lagemann und Henrik Bertz aber auch Julian Albers (einmal muss es noch sein), der gerissene, gewinnsüchtige, seinen Gegnern gottlos die Gelenke brechende Guard aus Goch, in der Offensive.  

Doch auch unsere Defensive, die die wenigsten Gegenpunkte der Liga zuließ, funktioniert nur wenn man Spieler in seinem Kader hat die ihre Gegner entnerven, verstehen und lesen können. Hiervon haben wir mit Aki Obradovic und Louis Boldt gleich zwei. Ihre Antizipation Lücken in der Verteidigung zu erkennen, zu schließen und daraus Ballgewinne für unsere Schnellangriffe zu forcieren waren ebenfalls Grundpfeiler unseres Erfolgs.  

Am letzten Spieltag durfte man dann noch in einem sehr schönen Rahmenprogramm, in voller Halle, die Saison abschließen. Mit der U12 als Kreismeister einlaufend und den an diesem Tag geehrten anderen Meister- und Vizemeisterteams der BG Aachen im Publikum, gab es gegen die dezimierte Zweitvertretung der ART Giants Düsseldorf ein nie gefährdetes Schaulaufen.  

Im Anschluss wurde dann noch ausgiebig mit dem ganzen Verein und unseren tollen Fans diese höchst erfolgreiche Saison mit dem ein oder anderen Kaltgetränk in der Halle gefeiert.  

Als Coach möchte ich mich bei meinen Spielern, meinen Trainerkollegen, natürlich bei allen Fans, unseren Sponsoren und Unterstützern und selbstverständlich bei unserem Vorstand herzlich bedanken. 

Euer Kevin Vorbeck 

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